
22.12.2010
Einzigartige Bürgerbeteiligung
(Der Spielplatz ist Teil des Bebauungsplans 1-64, dessen größter Teil sich auf das benachbarte Vivico-Gelände bezieht.)
Zu Beginn der Bürgerwerkstatt wurde ein Bekenntnis verlangt: Findet Euch mit der Bebauung ab, so wie geplant im B 1-64, dann könnt ihr in der Bürgerwerkstatt die zukünftige Ausgestaltung des Mauerparks mitbestimmen. Weil viele der Meinung waren, dass die geplanten Bauflächen zum Mauerpark und zum Spielplatz gehören und dass auch darüber geredet werden müsse, verließen sie daraufhin die Werkstatt.
Inzwischen soll die Rest-Bürgerwerkstatt doch mitreden dürfen. Zum Beispiel über den Umweg BVV: Auf der spärlich besuchten Vorabpräsentation der Wettbewerbsentwürfe am 13.12. wurde gesagt, der BVV würde es schwerfallen, den Bebauungsplan anzunehmen, wenn die Bürgerwerkstatt die im Wettbewerb vorgeschlagene Bebauung nicht akzeptabel fände.
- Das ist interessant: Erst werden all diejenigen ausgeschlossen, die über die Baufelder reden wollen, und dann dürfen alle, die die Baufelder akzeptieren, darauf Einfluss nehmen, ob sie verwirklicht werden.
6.10.2010
Zitat aus: http://blog.zitty.de. Hier geht es um die Einsprüche, um die wir Euch gebeten haben. Eckspielplatz und Mauerpark sind
gemeinsam betroffen im Bebauungsplan 1-64.
"Was dagegen?
Gegen eine Bebauung des Mauerparks gibt es viele Argumente. So viele, dass die Internetseite des Bezirksamtes Mitte, auf der man bis zum 22. September seine Einwendungen abgeben konnte, mehrfach zusammengebrochen ist. 2.500 schriftliche Beschwerden wurden bis dahin eingereicht, dazu kommen etliche weitere, die über Online-Formulare abgegeben wurden.
Die Argumente reichen von “Prenzlauer Berg hat zu wenig Grünfläche”, über “Eine Luxuswohnanlage im ehemaligen Todesstreifen verhöhnt die Hinterbliebenen der dort getöteten Flüchtlinge”, bis hin zu “Ein abgeschottetes Wohngebiet würde die soziale Kante zum Wedding noch vertiefen”. Sie werden katalogisiert und gemeinsam mit den Ausführungen des Bezirksamtes, ob, warum und wie dem Einwand entsprochen werden kann, in Telefonbuchstärke veröffentlicht.
Ephraim Gothe, Bezirksstadtrat von Mitte, zuständig für Stadtentwicklung, bietet Kritikern an, sich an der Ausgestaltung des Parks zu beteiligen. Doch die Diskussion, ob überhaupt gebaut werden soll, ist ausgeschlossen. “Und mit dem Verschieben von Büschen lassen wir uns nicht abspeisen”, sagt Heiner Funken vom Bürgerinitiativen-Netzwerk BIN-Berlin. Bei der öffentlichen Auslegung der Pläne, dem nächsten Schritt der Bürgerbeteiligung, können noch einmal alle Argumente gegen eine Bebauung kundgetan werden. Das Bezirksamt wird sich damit auseinandersetzen. Zu mehr ist es nicht verpflichtet.
Martin Schwarzbeck
05.10.2010 | 11:57 Uhr"
22.09.2010
Der Abriss und die Bebauung des Spielplatzes und der angrenzenden Flächen des Mauerparks sollen nicht in der Bürgerwerkstatt thematisiert werden:
(Pressemitteilung von BI Rettet den Eckspielplatz zur "Bürgerwerkstatt" von Grün Berlin & Stadtrat Gothe)
Wie man über 22 Meter hohen Beton am besten hinwegsieht – das wurde nicht verraten.
Am 7. Juli auf der Auftaktveranstaltung der Bürgerwerkstatt wurde von allen Anwesenden, bis auf wenige Ausnahmen, per Meinungsbild klargestellt, dass die Planung der Grünflächen des Mauerparks zusammen mit der Bebauung gesehen und diskutiert werden muss. Nach einigen Pannen bei der Einladung zur 1. Arbeitssitzung der Bürgerwerkstatt wurde auf diesem dann am 15.9.2010 dem Bürgervotum eine Absage erteilt: Es wird nicht zusammen über die Baupläne diskutiert, sondern 2-3 Abgesandte der Bürgerwerkstatt sollen dem städtebaulichen Verfahren beiwohnen dürfen, ohne Stimmrecht.
Weiterhin verlangt die Moderation der Bürgerwerkstatt ein bestimmtes Bekenntnis zur Bürgerwerkstatt: Hier wird nur über einen Teil des zukünftigen Mauerparks gesprochen. Das heißt, man solle doch bitte akzeptieren, dass die Bebauung -wie vom Stadtrat vorgeschlagen- auch kommen wird. Dass dies aber noch keine beschlossene Sache ist, sondern noch im Verfahren steckt, soll an diesem Abend nicht gesagt werden. Dann wird noch schnell vereinbart, dass alle Informationen über die Moderatoren laufen müssen, damit diese wie eine (Zitat) “Spinne im Netz” agieren kann und dass man den Moderatoren bitte auch mal einen Fehler verzeihen kann, denn es sind auch nur Menschen.
So soll denn die Bürgerbeteiligung ihren vorbestimmten Weg nehmen. Und wer ihn mitgeht, muss den Neubau-Unsinn akzeptieren, und von denen kann man hinterher sagen: Sie haben ja sogar daran mitgearbeitet? Nein. Wir sind weiterhin für die Freihaltung des Geländes und eine öffentliche Nutzung, auch des Spielplatzes. Wir lassen uns aus der Bürgerwerkstatt nicht per Bekenntnis ausschließen – aber auch nicht wie brave Lämmer abführen.
16.09.2010
Wir brauchen Eure Hilfe!
Der Bezirk Mitte bietet Jedermann und Jederfrau die Möglichkeit, Einspruch einzulegen gegen den Bebauungsplan 1-64. Darin geht es um die Baupläne im Mauerpark und auf dem Eckspielplatz. Hier geht's direkt zum Mini-Formular des Fachbereichs Stadtplanung.
Bitte nutzt diese Möglichkeit und legt Euren Einspruch ein! Ein Satz genügt!
Bitte keine vorgefertigten Sätze kopieren, es muss eine persönliche, sachliche Aussage sein. Schreibt, was Euch am meisten betroffen macht. Anregungen geben wir Euch gerne:
Der Spielplatz soll Spielplatz bleiben,
- weil er täglich von vielen Kindern aus dem Brunnenviertel, der Nachbar-Schule und Prenzlauer Berg genutzt wird
- weil das Grundstück der Stadt gehört und den Bürgern - und nicht an einen Investor verschenkt werden darf
- weil die Lage genau am Schnittpunkt der ehemaligen Ost-West-Bezirke eine soziale Mischung ermöglicht
- weil unbebaute, öffentliche Flächen an diesem Punkt wichtig sind für sozialen Austausch und ein tolerantes Miteinander
- weil der gesamte Mauerstreifen auf der oberen Bernauer Straße bebaut wird und der öffentliche Raum, den jeder unkommerziell nutzen kann, verloren geht
- weil der Bedarf der Menschen an diesem Ort mehr Freiraum ist und nicht mehr Privatsphäre
- weil sich im Mauerpark und dem Gewerbegebiet schon jetzt eine große Anzahl Menschen aus aller Herren Länder treffen und eine Bebauung am südlichen Ende des Mauerparks und auf dem Spielplatz diese Offenheit zerstört
- weil mit dem großen Spielplatz und seinem alten eingewachsenen Baumbestand ein Stück Lebensqualität verschwindet
- weil es keine Fläche gibt, die einen Ausgleich schaffen kann und die Stadt dafür sorgen muss, dass nicht immer mehr öffentlicher Raum verschwindet.
- weil es dort richtige Kletterbäume und Bienen gibt, die nicht verschwinden sollen
- weil die Schulkinder im niedrigen Schulgebäude und auf dem Hof weniger Licht bekommen, weniger Bewegungsmöglichkeiten haben
- weil das Schulgebäude aus den sechziger Jahren keinen Blockrand bildet, sondern sanft abfällt zur Freifläche des Spielplatzes, auf dem nun eine Brandwand bis 22m Traufhöhe hochgezogen werden soll
- weil der Blockrandbau auf der Ecke weder auf der linken Seite zur Schule noch auf der rechten Seite zum Mauerpark einen Rand schließt, sondern einfach als Solitär frei stehen bleibt.
Aufpassen: Solltet Ihr als Antwort auf Euren Einspruch eine Abwesenheitsnotiz bekommen, ist Euer Einspruch nicht angekommen. Bitte leitet diese Abwesenheitsnotiz an uns weiter!, damit wir darstellen können, dass das Online-Formular nicht immer funktioniert hat.
Mitmachen!
Schickt uns Eure Meinung: an info@eckspielplatz-retten.org
(Schickt Eure Meinung auch an Herrn Gothe/Baustadtrat Mitte und "Verhandlungs"-partner der Vivico: ephraim.gothe@ba-mitte.verwalt-berlin.de)
Ladet Freunde ein! Zum Spielplatzbesuch und zum Protest: Unterschriftenliste zum Herunterladen.
Spielplatzdemo am 25.4.2010




Bider: Clemenz Seiz, Eric Irmer
Kinder und Erwachsene: Warum unser Spielplatz bleiben soll:
- 20.04.2010, Frank Möller, www.CARambolagen.de:
Ver-Dichtung und Wahrheit
Der Eckspielplatz an der Bernauer Straße ist schon jetzt eine „Brücke“ zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Warum etwas Funktionierendes zerstören?
Das letzte was wir in unseren Kiezen brauchen ist eine massive Bebauung auf Kosten eines Spielplatzes. Der Eckspielplatz soll nur ein weiteres Opfer der Planspielchen des Bezirks Mitte und des Senats werden, die ausschließlich auf Basis der Gewinnmaximierung von Grundstücksverwertungfirmen entworfen werden, um „ehemaliges“ (sprich: veruntreutes) Volkseigentum zu versilbern.
Der Eckspielplatz ist, neben seiner eigentlichen Funktion, ein augenfälliges Symbol für das Ungleichgewicht zwischen den Kapitalinteressen der „Verwerter“ und den Bedürfnissen der Bürger.
Das Dogma der urbanen „Verdichtung“, auch von Stadtrat Gothe hochgehalten, hat sich als ökologisch kontraproduktiv erwiesen. Längst haben sich moderne Stadtplaner von diesem Dogma abgewendet. Die Gleichung „Verdichtung = ökologisch“ ist in der Undifferenziertheit ihrer Anwendung eine glatte Lüge. Verdichtung ist ökologisch in Ostwestfalen - in den Berliner Innenstadtbereichen ist sie das Gegenteil. Die Menschen in unserem Kiez brauchen Grün- und Spielflächen, keine weiteren Bauprojekte. Davon haben wir in der Bernauer Straße schon genug!
- Jörg Schleicher , Mauerpark : unter dem faulen Mauerpark-"Kompromiss" soll auch die freie Schule am Mauerpark leiden - die AnliegerInitiative Marthashof.org AIM erkärt sich solidarisch mit der Ini http://eckspielplatz-retten.org/ !
- "Weil man hier so viel Spaß haben kann."
Zoe (8) - "der eck ist ein platz, wo sich schulkinder und kiezkinder treffen und kennenlernen. ein freiraum. ein sonnenplatz. ein ort für ganz kleine und große kinder (sandkasten bis bäume). ein platz zum austauschen für die eltern nach der schule. ein atem-raum zwischen all dem neubau. ein grünplatz und vogel- und bienenort."
Petra - "Ich mag den Spielplatz - ich bin jeden Tag dort - er soll nicht weggemacht werden!"
Emil (8) - Weil hier ein Kletterbaum steht.
- Weil hier so lange die Sonne scheint.
- Weil man hier Schaukelfußball spielen kann.
- Weil man hier "Steh-Geh" spielen kann.
- Weil er so schön ist.
- Weil die Bernauer Straße nirgends Spieplätze hat.
- Weil wer-weiß-wieviele Stockwerke Gewerbe hier völlig fehlplatziert sind, zwischen Wohnhäusern, Schule und Park.
- Weil gegenüber der ganze Mauerstreifen zugebaut wird.
- Weil man nirgends so entspannt mit Kindern auf die Straßenbahn warten kann.
- Weil der ....
der Eckspielplatz April 2010