Warum Politiker unseren Spielplatz lieben sollten:
1. Politiker aller Parteien reden von der erwünschten sozialen Mischung zwischen dem Brunnenviertel, Prenzlauer Berg und Mitte, die so schwierig herzustellen sei. Hier gibt es sie schon, denn auf dem im Wedding gelegenen Eckspielplatz spielen bereits Kinder verschiedenster Herkunft zusammen. Kinderläden aus Mitte und Prenzlauer Berg nutzen den Spielplatz genauso wie die Nachbarschaft aus dem Brunnenvierte und Schulkinder aus der freien Schule.
2.
Die Wolliner Straße ist der erste Abzweig (von Osten kommend), der das Brunnenviertel erschließt. Der Spielplatz liegt genau auf dem Nachhauseweg, direkt an der Straßenbahn und an der Ecke zur Wohnbebauung. Dadurch erfüllt er eine andere Funktion als Spielplätze, die mitten im Park liegen und extra angesteuert werden. Wem kiezübergreifende Nachbarschaft wichtig ist, der lässt dem Brunnenviertel diesen Spielplatz und macht ihn nicht platt.
3. Die Schulkinder der angrenzenden Schule nutzen den Spielplatz als leicht erreichbaren Bewegungsraum, Sport- und Spielplatz. Auf der einen Seite initiiert das Land Berlin Projekte zum Thema Gesundheit und Bewegung in den Schulen der Stadt, auf der anderen Seite soll der (viel genutzte, weil direkt angrenzende) Bewegungsraum einer Schule einem Investor zugeschoben und bebaut werden.
4. Der Spielplatz ist keine Verhandlungsmasse! Sondern Eigentum des Landes Berlin - also auch der Anwohner und Nutzer des Spielplatzes! Wer denkt, er/sie könne dem Brunnenviertel so einfach etwas Grün abknipsen (die wehren sich da sowieso nicht), um sich in den Verhandlungen mit dem Großinvestor im Mauerpark einen Vorteil zu verschaffen, hat sich gründlich verkalkuliert!
5. Der grüne Mauerstreifen vis à vis des Spielplatzes wird zugebaut. Das Hostel genau gegenüber wird gerade fertig gestellt. Nebenan sollen Gewerbegebäude in/an den Mauerpark gebaut werden. Und der Eckspielplatz soll auch noch weg? Muss denn jedes unbebaute Fleckchen einem Gebäude weichen? Nicht nur die Verkaufserlöse von Grundstücken, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt sollte der Politik eine Überlegung wert sein.
6. Wieviele Personen, die im Kiez des Eckspielplatzes wohnen, möchten eine Bebauung? Durch Einrichtungen wie das Quartiersmanagement Brunnenviertel soll der Mitgestaltungswille der Bevölkerung gefördert werden - auf der anderen Seite werden Entscheidungen über die öffentlichen Grundstücke eines Kiezes ohne die Menschen dort getroffen?